URL: www.caritaslimburg.caritas.de/aktuelles/presse/stromspar-check-ein-gewinn-fuer-alle-b29c5dab-71ad-4be6-959e-13596e6237ad
Stand: 17.11.2017

Pressemitteilung

Stromspar-Check: Ein Gewinn für alle!

Gruppenbild während Pfarrer Auto segnet. Fundraiserin Andrea Gehringer, Vorstandsmitglied Heinz Becker, Geschäftsführer Max Prümm vom Caritasverband, Eva Maciejewski von der Volksbank, Cihan Sertkaya vom Jobcenter Limburg-Weilburg, das Team vom Stromspar-Check freuen sich über die Einsegnung des neuen Autos durch Pfarrer Andreas Fuchs (v.li.n.re.).Foto: V. Klum

Ziel ist es, Haushalte mit geringem Einkommen beim Klima- und Umweltschutz im Alltag zu unterstützen. In enger Kooperation mit dem Jobcenter werden dabei Langzeitarbeitslose als Energiesparhelfer qualifiziert, die dann in Haushalten mit Transferleistungsbezug konkrete Einsparmöglichkeiten bei Strom, Wasser und Heizenergie aufzeigen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert das Projekt "Stromspar-Check Aktiv - Klima- und Umweltschutz im Alltag für Haushalte mit geringem Einkommen" bundesweit drei Jahre lang bis 2022. Da trifft es sich gut, dass die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG vor einigen Wochen dem Caritasverband einen neuen VW move up gespendet hat, mit dem die Energiesparhelfer ihre Hausbesuche durchführen können. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Langfristig Geld und CO2 sparen

Die Caritas-Energiesparhelfer beraten Menschen, die Leistungen wie ALG II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder Wohngeld beziehen, wie sie zu Hause Energie und Wasser sparen können. Sie überprüfen die Strom- und Heizungsrechnung und geben wichtige Tipps zur Einsparung. Sie identifizieren Energiefresser und bauen Soforthilfen wie Energiesparlampen, schaltbare Steckerleisten oder Strahlregler für den Wasserhahn ein. Wenn sich im Haushalt ein stromfressendes altes Kühlgerät befindet, gibt es die Möglichkeit, beim Kauf eines A+++-Neugerätes einen Zuschuss von 100 Euro zu vermitteln.

Das bringt eine deutliche Erleichterung für den ohnehin kleinen Geldbeutel. So konnten die beratenen Haushalte im vergangenen Jahr durchschnittlich 204 Euro sparen, beim Austausch des Kühlgerätes sogar 311 Euro. Im Landkreis Limburg-Weilburg wurden im vergangenen Jahr 303 Haushalte besucht. Durch deren Beratung werden langfristig insgesamt knapp 400.000 Euro eingespart. Das ist auch ein Gewinn für die Kommunen, die bei Empfängern von ALG II sowie Grundsicherung und Sozialhilfe die Kosten für Wasser und Heizenergie übernehmen. Sie sparen langfristig mehr als 84.000 Euro.

In Zeiten des Klimawandels ist die Reduktion von CO2 ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Jeder besuchte Haushalt konnte im vergangenen Jahr bereits bis zu 578 kg CO2 einsparen. Langfristig bedeutet das eine Verminderung des CO2 -Ausstoßes um 587.000 kg im ganzen Landkreis.

Sinnvolle Förderung bringt Perspektiven

Beim Caritasverband für den Bezirk Limburg sind derzeit sieben Energiesparhelfer im Einsatz. Neben drei hauptamtlichen Mitarbeitern sind die Energiesparhelfer langzeitarbeitslose Menschen, die vom Jobcenter Limburg-Weilburg vermittelt wurden. Im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, einem so genannten "Ein-Euro-Job", haben sie hier die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren. Für ihre Tätigkeit absolvieren sie eine theoretische und praktische Schulung zu fachspezifischen Inhalten, Kommunikation, Arbeitsorganisation und Arbeitsschutz. Als Energiesparhelfer erproben sie sich bei vielen Herausforderungen: Sie arbeiten im Team, führen eigenverantwortlich und selbstständig die Hausbesuche durch, haben im Kundenkontakt mit ganz verschiedenen Menschen zu tun und müssen ihr Projekt präsentieren sowie Kunden werben. Sie gewinnen dabei nicht nur Erfahrungen mit Teamarbeit und eine Tagesstruktur, sondern auch Sicherheit und neues Selbstvertrauen.

Immer spielt auch die gesamte Situation der Menschen eine Rolle. So werden die Teilnehmer des Projektes sozialpädagogisch begleitet und nehmen auch gemeinsam an Freizeitaktivitäten teil. Es wird auf bestehende Probleme und Vermittlungshemmnisse eingegangen. Das können z.B. ein fehlender Führerschein sein oder die Angst, Auto zu fahren. Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der Teilnehmer zu stärken und ihre Eigeninitiative zu fördern. Sie erhalten Unterstützung zum Beispiel im Umgang mit Behörden, Anträgen und Formularen, bei der Entschuldung, der Gesundheitsvorsorge und der beruflichen Neuorientierung. Manchmal helfen Praktika oder die Suche nach einer geeigneten Umschulung. Etliche Teilnehmer konnten sich bereits bei der Handwerkskammer Frankfurt als Energie- und Wasserspartechniker prüfen lassen. Die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ist 2018 fünf Personen gelungen.

Infos: