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Stand: 17.11.2017

Pressemitteilung

Migrations-Fachdienste: Platz für mehr Mitarbeiter und neue Projekte

Ein Mann spricht vor Publikum in einem kleinen RaumGerhard Neunzerling-Dernbach leitet den neu geschaffenen SachbereichFoto: V. Klum

Das 2017 am Limburger Neumarkt eingerichtete "Caritas-Integrationszentrum" wurde einer finanziellen Unterstützung von 8.000 EUR der GlücksSpirale kürzlich noch räumlich erweitert. Hier finden nicht nur die Fachdienste ausreichend Platz, sondern auch zwei neue Projekte.

Logo Gefördert durch die Glücksspirale

Seit 2005 gibt es zwei Fachdienste für Menschen mit Migrationshintergrund: Die Migrationsberatung für Erwachsene sowie den Jugendmigrationsdienst Limburg-Weilburg. 2012 stieg die Zahl der Klienten und Ratsuchenden stetig, ab 2015 sogar massiv an, darunter auch viele Flüchtlinge. So stockte der Caritasverband nach Verhandlungen mit den Finanzierungsträgern das Personal der Fachdienste auf, erweiterte das Beratungsangebot und stellte den gesamte Bereich organisatorisch neu auf. 2016 entstand durch die Förderung des Bistums Limburg und der "Aktion Mensch" unter dem Titel "Willkommenskultur für Flüchtlinge" eine Stelle, die sowohl die Arbeit ehrenamtlicher Helferkreise unterstützt als auch Flüchtlinge vor und im Asylverfahren berät. Mittlerweile sind die Beratungsstellen zu einem eigenständigen Sachbereich Migration und Integration mit insgesamt neun Mitarbeitern zusammengefasst.

Große Herausforderungen

2018 nahmen über 1.600 Menschen das Beratungsangebot wahr. Das sei ein Vertrauensbeweis für die Berater, so Sachbereichsleiter Gerhard Neunzerling-Dernbach, bedeute aber auch eine große Verantwortung. Die Herausforderungen, denen sich die Caritas-Mitarbeiter vor allem stellen müssten, sei zum einen die Situation am lokalen Wohnungsmarkt. Es mangele ohnehin an bezahlbarem Wohnraum, so Neunzerling-Dernbach. Für Menschen mit Migrationshintergrund sei es dann noch einmal schwieriger, aus der Gemeinschaftsunterkunft in eine eigene Wohnung umzuziehen. Weitere Probleme seien die Familienzusammenführung, die Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt und die damit verbundene Existenzsicherung, aber auch der Rückgang der Anzahl von ehrenamtlichen Helfern. "Die Probleme werden immer komplexer und das überlastet die Ehrenamtlichen oft", so Neunzerling-Dernbach.

Positiv sei die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden, um sachgerechte Lösungen zu finden. "Da werden wir hier im Landkreis von Verbänden woanders sehr beneidet", hob Berater Sebastian Schneider hervor. Das Ziel sei aber, die Lebensbedingungen der Klienten zu verbessern.

Neue Projekte starten

Mitte dieses Jahres fiel der Startschuss für zwei neue Projekte: Unter dem Titel "Respekt Coaches / JMD@School" wird Präventionsarbeit an Schulen gemacht. Ziel ist es, das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen zu stärken, um so Radikalisierungsprozesse zu verhindern. Projektleiterin ist Kim-Laura Conrad, die an der Adolf-Reichwein-Schule Gruppenangebote organisieren wird. Daneben wurde der Sprach- und Kulturmittlerpool "CariLingua" ins Leben gerufen. Caritas-Mitarbeiterin Sandra Hansen wird in mehreren inhaltlichen Modulen etwa 25-30 Sprach- und Kulturmittler qualifizieren. Ab dem Frühjahr 2019 stehen sie für Behörden, Institutionen, Beratungsstellen aber auch Verbänden und Organisationen zur Verfügung.